Es gibt keine genauen Hinweise, warum sich zwei Gemälde von Kaiserin Maria Theresia auf Schloss Höch befinden. Bekannt ist, dass es im Laufe der Zeit zu Heiratsverbindungen und Allianzen zwischen den Grafen von Plaz und den Habsburgern kam, was ihre enge Beziehung unterstreicht. Diese Verbindungen trugen dazu bei, dass die Familie von Plaz eine gewisse Nähe zum Kaiserhaus und zu dessen Politik hatte.
Die Grafen von Plaz sind somit ein Beispiel für eine Adelsfamilie, die zwar nicht zur kaiserlichen Familie der Habsburger gehörte, aber dennoch wichtige Funktionen (Kämmerer) am Hof ausübte und enge Beziehungen zum Kaiserhaus pflegte.
Maria Theresia, war eine Fürstin aus dem Hause Habsburg.[1] Die von 1740 bis zu ihrem Tod regierende Erzherzogin von Österreich und Königin u. a. von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen zählte zu den prägenden Monarchen der Ära des aufgeklärten Absolutismus. Nach dem Tod des Wittelsbachers Karl VII. 1745 erreichte sie die Wahl und Krönung ihres Gatten Franz I. Stephan zum römisch-deutschen Kaiser. Ohne eigene Hausmacht und ohne nennenswerte militärische oder politische Begabung widmete sich Franz Stephan vor allem der finanziellen Absicherung der kaiserlichen Familie, worin er sehr erfolgreich war. Die Regierungsgeschäfte der Habsburgermonarchie führte seine Frau allein. Wie jede Gattin eines Kaisers wurde sie, obwohl selbst nicht gekrönt, als Kaiserin tituliert.
Nachkommen
Aus der Ehe mit dem römisch-deutschen Kaiser Franz I. Stephan gingen 16 Kinder hervor, von denen sechs noch zu Lebzeiten ihrer Mutter starben:
1. Maria Elisabeth (1737–1740)
2. Maria Anna (1738–1789), Äbtissin in Prag, lebte später in Klagenfurt
3. Maria Karolina (1740–1741)
4. Joseph II. (1741–1790) Kaiser von Österreich ⚭ 1760 Prinzessin Isabella von Parma, Tochter Herzog Philipps von Parma, Piacenza, Guastalla; ⚭ 1765 Prinzessin Maria Josepha von Bayern, Tochter Kaiser Karls VII.
5. Maria Christina (1742–1798), Statthalterin der Niederlande ⚭ 1766 Albert Kasimir von Sachsen, Herzog von Teschen (siehe Gemälde im Salon der Gräfin)
6. Maria Elisabeth (1743–1808), Äbtissin in Innsbruck
7. Karl Joseph (1745–1761), Erzherzog
8. Maria Amalia (1746–1804) ⚭ 1769 Herzog Ferdinand von Parma, Sohn Herzog Philipps von Parma, Piacenza, Guastalla
9. Leopold II. (1747–1792) ⚭ 1765 Infantin Maria Ludovica von Spanien aus dem Hause Bourbon von Spanien, Tochter König Karls III.
10. Maria Karolina (1748–1748) Erzherzogin
11. Johanna Gabriela (1750–1762), verlobt mit König Ferdinand I. von Bourbon-Sizilien
12. Maria Josepha (1751–1767), verlobt mit König Ferdinand I. von Bourbon-Sizilien
13. Maria Karolina (1752–1814) ⚭ 1768 König Ferdinand I. von Bourbon-Sizilien, Sohn König Karls III. von Spanien
14. Ferdinand Karl Anton (1754–1806) ⚭ 1771 Herzogin Maria Beatrice d’Este, Erbtochter des Herzogs Herkules’ III. von Modena
15. Marie-Antoinette (Maria Antonia) (1755–1793) ⚭ 1770 Ludwig (1754–1793), Dauphin, seit 1774 als Ludwig XVI. König von Frankreich, Sohn des Dauphin Louis von Frankreich
16. Maximilian Franz (1756–1801), Erzbischof und Kurfürst von Köln
Quellen:
Monika Czernin und Jean-Pierre Lavandier: Liebet mich immer. Maria Theresia. Briefe an ihre engste Freundin. Ueberreuter Verlag, 2017.
Friedrich Walter (Ausgew.): Maria Theresia: Urkunden, Briefe, Denkschriften (= Die kleine Bücherei. 240). Albert Langen / Georg Müller, München 1942.
Friedrich Walter (Hrsg.): Maria Theresia: Briefe und Aktenstücke in Auswahl (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit. Band 12). 2., unveränderte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1982, ISBN 3-534-03014-1 (erste Auflage 1968).