Joseph Anton Plaz – Soldat ein Leben lang
Joseph Anton wurde in Schloss Schrattenberg geboren und in der Pfarre St. Lorenzen bei Scheifling in der Steiermark am 24. Oktober 1677 getauft. Seine Eltern waren Johann Rudolf Freiherr von Plaz und dessen Ehefrau Maria Johanna, geborene Jocher von Eggersperg, somit Enkel von Adam Jocher und Urenkel von Karl Jocher.
Er wurde gemeinsam mit seinen Geschwistern 1696 in den Reichsgrafenstand erhoben.
Am 2. Dezember 1689 immatrikulierte Joseph Anton an der Universität Salzburg.19 Er wandte sich nach seinen Studien 1697 „zum Militärstand“, diente unter der Regierung Kaiser Leopolds I. „als Cadet von der Pique“ auf, war zweieinhalb Jahre Musketier und wurde in diesen Jahren Gefreiter, Korporal und Feldwebel.21
Johann Ernst von Thun, Fürsterzbischof von Salzburg, stiftete am 12. Mai 1701 den „Landständisch Salzburgischen Militärischen Sankt Ruperti Ritterorden“. Dieser Orden war nicht als Verdienstorden gedacht, sondern sollte eine militärisch geschulte Führungsschicht heranbilden, um dem Landesherrn in Zeiten der Bedrängnis beizustehen.
Das feierliche Stiftungsfest fand am 15. November 1701 mit der Initiation der ersten zwölf Ritter in der neu erbauten Dreifaltigkeitskirche in Salzburg statt.22 Einer der zwölf Ritter war Josef Anton (kaiserliche Genehmigung 23. August 1701). Ein Ritter erhielt als Ordenspension 300 fl. jährlich, später 600 fl. (fl. = Florin = Gulden. Über die Kaufkraft differieren die Meinungen, am brauchbarsten: Um 1700 hätten 9 kg Rindfleisch ca. 1 Gulden gekostet).
Josef Anton Plaz war Soldat in der Armee von fünf Kaisern – Leopold I., Joseph I., Karl VI., Franz I. aus dem Hause Lothringen, Josef II. – sowie im Dienste von Maria Theresia, für deren Erbe er kämpfte.
Die nachfolgende Aufstellung soll einen Überblick geben über seine Laufbahn in einer Zeit, in der die Habsburger Monarchie fast immer Krieg führte.
1701 – 1714 Spanischer Erbfolgekrieg
1701 Plaz steht unter dem Oberbefehl des Prinzen Eugen von Savoyen und wird Fähnrich
1703 Beförderung zum Lieutnant
1706 Hauptmann im Infanterie-Regiment Alt-Daun (= Inf.-Rgt. Nr. 56).23
Plaz gerät in Kriegsgefangenschaft und wird am 16. April in Mantua ausgetauscht.24
1710 Josef Anton wird Hochfürstlich Salzburgischer Kämmerer.
1711 Plaz erscheint erstmals in den hofkriegsrätlichen Akten als Hauptmann des Infanterie Regiments Alt-Daun.25
1714 Am 5. Februar wird er einstimmig zum Ruperti Ritterorden-Kommandeur gewählt und damitzum Landschaftsmitverordneten bestellt. Es gibt stets nur einen Kommandeur, der 1200 fl.
1716 – 1718 Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg
1716 befindet sich ein Bataillon des Regiments Sickingen, vordem Alt-Daun, auf dem Kriegsschauplatz in Ungarn, kämpft in der Schlacht bei Peterwardein, bei der Belagerung und Einnahme von Temesvár und 1717 bei der Belagerung und Schlacht von Belgrad.26
Ob und an welchen Feldzügen Plaz beteiligt war, ist nicht bekannt.
1717 befindet er sich als Hauptmann im Infanterieregiment Johann Karl Graf Trautson, „reduciert“ im Jahre 1721, von welchem Plaz zum Infanterieregiment Baron Geyer „transferiert“ worden ist.27
1722 wird Josef Anton dem Feldzeugmeister Damian Graf von Virmont für Aufgaben in der türkischen Walachei zugewiesen.
1723 Beförderung zum Oberstwachtmeister im Geyer’schen Regiment
1729 wird ihm als Oberstwachtmeister des Erasmus Graf Starhemberg Infanterie-Regiments, ehemals Geyer, das Kommando in Carlsburg übertragen.
1730 wird er Oberstlieutnant und Kommandant des Infanterie-Regiments Lochstädt, einst Geyer.24
1732 ist er unter General Lochstädt Oberstlieutnant im Infanterie-Regiment Johann von Lochstädt und nach dem Ableben des Regimentsinhabers begibt sich Josef Anton nach Messina zur Besorgung der Regimentsangelegenheiten.
1733 Am 14. April nach einer neunundzwanzigjährigen Dienstzeit wird Josef Anton Plaz zum Oberst und Kommandanten des Infanterie Regiments Feldmarschallieutnant Bartolomeo Marquis Valparaiso, früher Lochstädt, dann Wuschletitz,28 ernannt. Nach Wrede wurde er bereits 1730 Oberst.29
1733 – 1735 Polnischer Thronfolgekrieg
1734 ist der größte Teil des Regiments auf Sizilien und „bildete unter Platz’s Commando einen Teil der Besatzung von Messina und nahm an der heldenmütigen neunmonatigen Verteidigung dieser Festung teil“.
1735 rückt das Regiment zur Armee in Oberitalien in die Stellung am Monte Baldo ein.
1736 – 1739 Russisch-Österreichischer Türkenkrieg30
1736 Am 21. April stirbt Prinz Eugen im 74. Lebensjahr.
1737 Am 29. Oktober wird dem „Oberst Graf Plaz das Wuschletitz’sche Regiment conferiert“. Das Regiment Plaz, vorher Wuschletitz, hatte 1737 – im Jahre 1736 kam es zu keinen Kriegsoperationen – seine Einteilung bei dem Corps des Feldzeugmeister Prinz zu Sachsen- Hildburghausen erhalten. Oberst Graf Plaz hat den Feldzug dieses Corps in Bosnien mitgemacht, speziell aber die Belagerung von Banjaluka (25. Juli bis 4. August 1737) und das Gefecht bei Banjaluka am 4. August, welches die Aufhebung der Belagerung und den Rückzug hinter die Save zur Folge hatte.
1738 Am 30. April wird er zum Generalfeldwachtmeister und Oberst-Inhaber seines Regiments befördert.Nach Wrede geschah dies bereits 1737.28
In der für den Feldzug 1738 ausgegebenen Ordre de Bataille (Schlachtordnung) wird Graf Plaz bereits als General-Feldwachtmeister im siebenbürgischen Armee-Corps angeführt.
GFWM Plaz befindet sich beim mobilen Corps, das in den ersten Tagen des Juni unter seinem Befehl an den Eisernen Tor-Pass östlich Karansebes vorgeschoben wird.30 Aufgabe dieses Detachement ist wohl anfänglich die Sicherung dieses wichtigen Passes gegen die osmanischen Truppen, welche Orsova belagern und bereits am 26. Mai Mehadia eingenommen haben. Des Weiteren erhält aber das Corps des GFWM Grafen Plaz auch die Bestimmung, die k.k. Hauptarmee unter Herzog Franz von Lothringen (Adlatus FM Königsegg) zu verstärken, sobald diese Karansebes erreicht hat. Diese Vereinigung erfolgt am 28. Juni in Karansebes. Die Armee zählt nun 44 Bataillone, 47 Grenadier-Compagnien, 102 Escadrone, das sind rund 40.000 Mann, darunter 10.000 Reiter, und erhält eine neue Ordre de Bataille. Bei Vorrückung zum Entsatze von Orsova kommt es am 4. Juli 1738 bei Kornia zur Schlacht. Die Türken greifen am 4. Juli morgens unter dem Schutze eines Gewitters an. Der Angriff wird nachmittags endgültig abgewiesen. Die Kaiserlichen ergreifen nunmehr die Offensive, worauf die Türken sich zur Flucht wenden. Eine Folge dieses Sieges ist der Rückzug der Türken nach Mehadia. Als die Kaiserlichen nachrücken, ziehen sich die Türken nach Orsova zurück. Die türkische Besatzung Mehadias kapituliert, worauf die Türken die Belagerung Orsovas eiligst aufheben. Auf diese Meldungen hin werden noch am 11. Juli vorläufig 7 Bataillone und 7 Grenadier-Compagnien nach Topolnitza vorgeschoben, welche unter dem Befehle des GFWM Grafen Plaz stehen. Am 13. Juli soll die Infanterie nach Orsova rücken, sämtliche Grenadiere der Armee und 7 Bataillone unter GFWM Plaz, um die Besatzung der Inselfestung zu verstärken. Ein türkischer Reiterangriff vor Orsova kann unter Verlusten zurückgeschlagen werden. Großwesir Jegen Mohammed und Seraskier Hadschi Mohammed ergreifen nun vereint die Offensive. Feldmarschall Königsegg entschließt sich darauf hin sofort zum Rückzug nach Mehadia. Ständig von den Türken bedrängt, können die Kaiserlichen – unter verlustreichem Kampfe – die Türken dann doch vollständig zurückwerfen und 50 Fahnen erbeuten. Wegen Mangel an Verpflegung setzt die Armee am 17. Juli den Rückzug nach Karansebes fort, wo am 20. Juli ein Kriegsrat den Rückzug nach Nagy Köveres beschließt. Das aus Siebenbürgen herangezogene Corps des GFWM Grafen Plaz kehrt dorthin zurück, wo es später auch die Militärquartiere bezieht. Das Corps in Siebenbürgen bricht am 6. August auf und erreicht Karansebes am 10. August. Da der Großwesir sich durch diese Diversion ins Banat von seinem Operationsziele Belgrad nicht ablenken lässt und andererseits die den Kaiserlichen verbündeten Russen auf Unterstützung dringen, kehrt dieses Corps wieder nach Siebenbürgen zurück, um nun über den Vulcan- und Rothenthurm-Pass in die Walachei einzudringen. Das Corps gelangt mit der Hauptkraft bis in die Gegend von Arges. Anfang September beendet die Nachricht vom Friedensschluss die Operationen.
1740 – 1748 Österreichischer Erbfolgekrieg
1742 Während des Österreichischen Erbfolgekrieges erscheint Generalfeldwachtmeister Graf Plaz zum ersten Mal in der Ordre de Bataille vom 25. Juli der Österreichischen Hauptarmee, welche nach dem Preußischen Separatfrieden in Böhmen gegen die Franzosen operiert und am 27. Oktober in die Oberpfalz einrückt, am 12. November 1742 die Donau bei Altaich überschreitet, nach Bayern einrückt und Mitte Dezember in Oberösterreich Winterquartiere bezieht (in den Ordres de Bataille vom 27. September und 26. Oktober 1742 ist Plaz auch angeführt).
1743 Bei Beginn der Operationen kommt es am 9. Mai zum siegreichen Treffen von Simbach bei Braunau. In diesem kommandiert Joseph Anton Plaz die Infanterie der Avant-Garde, bestehend aus 19 Grenadier Compagnien. Alle drei Generale der Avant-Garde werden befördert und Joseph Anton Plaz am 15. Mai 1743 zum Feldmarschallieutnant ernannt.31 Er bleibt der Hauptarmee zugeteilt. Diese vertreibt zunächst die feindliche Armee aus Bayern, marschiert dann an den Rhein, in die Gegend von Bruchsal, Durlach, dann in die Gegend von Breisach. Im Oktober kommt sie in Winterquartiere nach Bayern und in die Oberpfalz, lässt jedoch ein aus 2 Divisionen bestehendes Postierungscorps in den österreichischen Vorlanden zurück. Die eine der beiden Divisionen (10 Bataillone Infanterie, 10 Grenadier Compagnien, ein Dragoner Regiment, 2 Husaren Regiment, 2000 Croaten) kommandierte Plaz.
1744 Mit 4. Februar wird er von dieser Dienstverwendung enthoben und am 29. Februar zur Armee in Italien bei Feldmarschall Fürst Lobkowitz bestimmt. Plaz trifft bei der Armee Lobkowitz, welche damals in den Albaner Bergen südlich von Rom steht, erst Ende Juli 1744 ein. Am 11. August 1744 gelingt der Überfall auf Velletri. Plaz greift die feindliche Artilleriestellung auf dem Monte Artemisio als Ablenkungsmanöver an.24
1745 Plaz nimmt unter Lobkowitz an den weiteren Feldzügen teil. Er ist Anfang 1745 in Faenza
disloziert.32
1746 Während Plaz kurz in Mailand ist, geschieht 1746 die Niederlage der Österreicher bei Codogno durch die Spanier. Demzufolge fällt er bei Hof in Ungnade. 1746 entsetzt er mit seinen Truppen die blockierte Citadelle von Alessandria. Im Juli wird dem Feldmarschallieutnant Plaz provisorisch das Militär Ober-Kommando in Siebenbürgen übertragen und mit der Funktion „eines Commissarii pleni potentiarii regii“ beim siebenbürgischen Landtage betraut.
1748 Obwohl er im Juni 1747 hievon wieder enthoben wurde, muss er doch im Februar nach dem Ableben des Feldmarschalls Otto Grafen Traun das Interims Gubernium in Siebenbürgen neuerdings übernehmen.
1749 Im Mai33 verlässt Plaz endgültig Siebenbürgen – er stand bereits in seinem 73. Lebensjahr – und zieht sich nach Salzburg zurück.
Dem hoch und wohlgebohrnen Feldmarschall
Leüthenanten bestelten Obristen und lieben getreuen
Joseph Grafen von Plaz
Maria Theresia von Gottes Gnaden in Hungarn und Böhaimb Königin, Erzherzogin zu Österreich,
vermählte Herzogin zu Lothringen und Baar, Gros-Herzogin zu Toscana
Hoch und wohlgebohrener, lieber Getreuer, Wir haben für Unseren Dienst nöthig zu seyn befunden, Unser in Italien stehende Kriegscorpo noch mit einig mehreren Generalen zu versehen und neben anderen auch Dich aus deme zu Deinen langwährigen Diensten jederzeit erwiesenen Tapferkeit und guten Experienz, dan ansonsten besitzenden lobwürdigen Aigenschaften tragenden gnädigsten Vertrauden dahin zu schicken entschlossen habe. Als Bedeuten Wir es Dir hiermit zur Nachricht, und zudem noch, auf das Du Dich nach beschehner Ablösung von Deinem dermahligen Posto nach gedachtes Italien verfügen unter Comando Unseres Feldmarschallens Fürsten von Lobkoviz der kriegs-gebräuchig Subordination gemäß die Deinem Caracter zukommende Dienste laisten, folglich nach Deiner besitzenden Militar-Erfahrnus und bishero bezeügtem rühmblich Eifer bestmöglichst beförderen zu helffen befließen seyn mögest, ihme nur beyfügend: wasmassen Du Deine Gage bis Ende nächstkünftigen Monaths Aprilis nebst dem winterlichen Beytrag heraussen á 1. May an aber aus der italienischen Kriegs-Cassa zu empfangen habest. Womit Wir Dir mit königlichen Gnaden wohlgewogen verbleiben.
Geben in Unserer Residenz-Statt Wien
den neun und zwanzigsten Monaths-Tag Februarii im sibenzehenhundert vier und vierzigsten,
Unserem Reich im vierten Jahr.
Maria Theresia
Joseph Graf von Harrach
1744 wird Josef Anton Graf Plaz im Alter von 67
Jahren von Maria Theresia zur Armee in Italienunter Feldmarschall Lobkowitz versetzt
Am 12. Juni 1754, während der Einweihungsfeierlichkeiten zur Loretokapelle in St. Jakob am Thurn, wurde ihm das Kaiserliche Patent von seiner Ernennung zum Feldzeugmeister rückwirkend mit Rang vom 24. November 1748 überbracht.33
1763 im 86. Lebensjahr geht Plaz endgültig in den Ruhestand. Er hatte „denen Römischen Kaisern Leopoldo dem Ersten, Josepho dem Ersten, Carolo dem Sechsten, unter Maria Theresia, Röm. Kaiserin , unter Francisco dem Ersten, … dermal regierenden. Röm. Kaiser Josepho dem Zweyten … gedienet …“.
Am 17. Juli 1767 starb Josef Anton Graf Plaz im 90. Lebensjahr als „k.k. wirkl. Kämmerer, Feldzeugmeister, Oberst-Inhaber über ein Regiment zu Fuß, Hochfürstlich Salzburgischer Kämmerer, Einer löblichen Landschaft kleineren Ausschuss Mitverordneter und Landmann, Kommandeur des St. Ruperti Ordens“, nach 2 jährigem Krankenlager.34
Gemäß seinem Willen wurde sein Herz in der Loretokapelle in St. Jakob am Thurn begraben. Die Grabplatte trägt die Inschrift:
“Hier liegt das Herz eines Sünders“.
Der übrige Leichnam ist am 20. Juli nachts mit allen militärischen Ehren in der Rupertirittergruft der Dreifaltigkeitskirche in Salzburg beigesetzt worden.
Joseph Anton begann 1697 als Musketier und diente in drei Infanterieregimentern bis zumOberst, wurde Generalfeldwachtmeister und Inhaber des Regiments, das er bis dahin als Oberst befehligt hatte, wurde Feldmarschallieutnant, Militärkommandant, Gouverneur von Siebenbürgen und schließlich Feldzeugmeister. Österreich führte zu jener Zeit mit sehr kurzen Unterbrechungen ständig Krieg. Josef Anton machte sämtliche Kriege mit. Gütig, doch streng, bemühte er sich wie ein Vater, die Soldaten seines Regiments oft auf eigene, große Kosten zu verpflegen, sie mit gebührendem Sold, und Montur und Waffen zu versorgen. „Der Soldat ist bedrängt, wann ihme der Sold längere Zeit ausbleibet, und fürchtet er mehr den Hunger, dann das blanke Schwerd, oder den Blitz deren feindlichen Feuerröhr …”.35 Mangel an Verpflegung, Ausbleiben des Soldes, unzureichende Ausrüstung schienen damals in der habsburgischen Armee nicht ungewöhnlich zu sein. Josef Anton Graf Plaz war ein frommer Kriegsmann. Franz Xaver Geyer fragte in der Leichenrede, ob dies überhaupt möglich sei: „…könne man auf Städt und Festungen stürmen, ohne dass man den Himmel stürme, könne man den Feind verletzen, ohne dass man Gott beleydige …“ und antwortete: „Ja – Graf Plaz war ein wirklich frommer Christ”. Er hatte in 36 Schlachten gefochten, wurde nie verwundet und schrieb diesen glücklichen Umstand seiner Verehrung der Jungfrau Maria zu. Zum Dank hat er dann eine Loretokapelle der Kirche in St. Jakob am Thurn anbauen lassen und die Stiftung eines Vikariats eingerichtet. Er war Inhaber und Herr der Hofmark Thurn. An seinem Lebensabend als Gutsherr blieb er ein väterlich empfindender Mensch. Seine Mildtätigkeit für Arme und Kranke der Herrschaft St.Jakob am Thurn und der Nachbarschaft rühmt der Vikar Franz Xaver Geyer in seiner Leichenpredigt.35 Josef Anton hat viele Jahre unter Prinz Eugen gekämpft, hat ihn persönlich gekannt und bewundert und so wird er, wie andere auch, dem Ausspruch des Prinzen an seine Offiziere gefolgt sein: „Meine Herren, seien Sie vorbildlich, aber auf eine so leichte und angenehme Weise, dass es Ihnen niemand zum Vorwurf machen kann.“
Anmerkungen:
19 Virgil REDLICH, Die Matrikel der Universität Salzburg 1639 – 1810
(Salzburg 1933) S. 2, 12, 178, 183 etc.- Götz v. PÖLNITZ (Hrsg.), Die
Matrikel der Ludwig-Maximilians Universität Ingolstadt-Landshut-München
(München 1986) Sp. 734. Die ersten Studienjahre glichen in etwa unserem
heutigen Gymnasium, daher die für uns erstaunliche Jugend der Studenten.
20 Franz MARTIN, Die Kunstdenkmäler des Landkreises Bischofshofen, S. 37,
Österreichische Kunsttopographie Band 28 (Baden bei Wien 1940).
21 CURRICULUM VITAE Jos. Anton, Handschrift, 4 Seiten., bez. „IIIa6“, Archiv
Plaz 1998, Familia.
22 Günter STIERLE, Der „Landständisch Salzburgische Militärische Sankt
Ruperti Ritterorden“. In: MGSLK 140 (2000) S. 143 – 168.- Carl LEDOCHOWSKI,
Das Ritterbuch des St. Ruperti-Ritterordens, In: Jahrbuch der
k.k. heraldischen Gesellschaft „Adler“ Neue Folge 24.Band. (Wien 1914), S.
17, 20.- Maurus SCHENKL (Corbinian GÄRTNER OSB pseud.), Geschichte
und Verfassung des 1701 für den Salzburgischen Landadel errichteten,
militärischen Ruperti Ritter Orden (Salzburg 1802).
23 Dazu sei bemerkt: das Alt-Daun’sche Regiment führte diesen Namen 1699
– 1706. Das 1643 aufgestellte, 1748 als O’Gilvy aufgelöste kaiserl.
Infanterie.- Regiment, seit 1706 Guttenstein, seit 1716 Sickingen. Es hatte
seine Friedensgarnison seit 1650 immer in Prag, 1702 war ein Bataillon in
Italien eingeteilt, Treffen bei Chiari (?). Dasselbe Bataillon war bei den
Operationen in Südtirol (da dieses Bataillon 1704 an das Regiment de
Wendt abgegeben wurde, ist wahrscheinlich, dass Plaz nicht bei demselben
war). 1704 – 1706 war ein Bataillon vorübergehend auf dem
Kriegsschauplatz „der Rákóczischen Unruhen 1703 – 1711“ in Ungarn ein
gesetzt wobei es an Gefechten bei Smolenice und später an der steirischen
Grenze teilnahm; 1709 war ein Bataillon bei der Armee am Ober-Rhein am
Treffen bei Rumersheim beteiligt. Dieses Bataillon in Bayern nahm an den
weiteren Kriegsereignissen der nächsten 2 Jahre keinen direkten Anteil.
1713 bildete es einen Teil der Besatzung von Landau.
24 Antonio SCHMIDT-BRENTANO, Josef Anton Graf von Pla(t)z, 2 Seiten
Typoskript.
25 Gottfried GEINBERG, Armee Registratur Director, Beantwortung einer
Anfrage des Major Baron Kleimayrn. Salzburger Landesarchiv, Archiv Plaz
1998, Familia.
26 Alphons WREDE, Geschichte der k.u.k. Wehrmacht 2. Bd, S. 210 f.-
Antonio SCHMIDT-BRENTANO, Pla(t)z.
Antonio SCHMIDT-BRENTANO, Pla(t)z.- Franz Xaver GEYER, Trauer- und
Lobrede über den tödtlichen Hintritt … Josephi Antonii … Grafen von Platz
(Salzburg 1767.) Alphons WREDE, Geschichte der k.u.k. Wehrmacht (Wien
1898) Bd 2, S. 241 – 242.
27 Infanterie-Regiment: Dieses Regiment wurde 1715 aufgestellt. Ab 1715
Wallis, 1718 Geyer, 1725 Erasmus Graf Starhemberg, 1730 Lochstädt,1732
Valparaiso, 1734 Wuschletitz, 1737 Plaz, 1768 Buttler, 1775 Thurn
Valsassina, 1809 als Simbschen Nr. 34 aufgelöst. Es ergänzte sich aus
Innerösterreich, war zur Friedensgarnison seit 1718 in Siebenbürgen, stand
1727 in der Lombardei, 1730 in Sicilien und Neapel. Feldzüge: 1734 auf
Sizilien
28 Antonio SCHMIDT-BRENTANO, Pla(t)z.- Franz Xaver GEYER, Trauer- und
Lobrede über den tödtlichen Hintritt … Josephi Antonii … Grafen von Platz
(Salzburg 1767.)
Alphons WREDE, Geschichte der k.u.k. Wehrmacht (Wien 1898) Bd 2,
S. 241 – 242.
29 Alphons WREDE, Geschichte der k.u.k. Wehrmacht (Wien 1898) Bd 2,
S. 241 – 242.
30 Dieser Abschnitt folgt gekürzt der Handschrift „Daten über die Teilnahme
des k.k. GFWM Grafen Plaz an den Türkenkriegen 1736 – 1739“. (Archiv
Plaz 1998, Familia) Dieses Manuskript von 8 Seiten, ist offenbar wiederum
ein Auszug aus dem Aufsatz von Moriz von Angeli, der Krieg mit der Pforte
1736 – 1739, In: Mittheilungen des k.k. Kriegsarchivs (1881) S. 247 – 338,
409 – 479. Hier die Seiten 263, 296 f., 418, 423 f., 426 f., 428, 429, 430,
439 f., 448 f., 449, 464 f.
31 Vgl. Andreas THÜRHEIM, Feldmarschall Ludwig Andreas Graf von
Khevenhüller-Frankenburg seiner großen Herrscherin treuer Vasall und
Beschützer 1683 – 1744 (Wien 1878) S. 242, 257.- Andreas THÜRHEIM,
Feldmarschall Otto Ferdinand Graf von Abensberg und Traun 1677-1748
(Wien 1877) S. 358.
32 Carl LEDOCHOWSKI, Über die Grafen von Plaz (Salzburg 1941).- K.u.K:
KRIEGSARCHIV, Der österreichische Erbfolgekrieg 1740 – 1748 (Wien
1896 – 1910) nur 9 Bde erschienen. Bd 4, S.58 4; Bd 5. S. 369, 371, 374,
607, 615, 623, 634, 737; Bd 8, S. 277, 584, Beil.XXII.
33 Georg ZIVKOVIC, Alt Österreichs Heerführer. Stellenbesetzung in Meer,
Landwehr und Kriegsmarine 1541-1918 (Wien 1976) S. 57.
33 Franz Xaver GEYER, Trauer- und Lobrede über den tödtlichen Hintritt …
Josephi Antonii … Grafen von Platz (Salzburg 1767).- Gilbert Max BUCH
MAYR, St. Jakob am Thurn 200-Jahr-Feier der Loreto-Kapelle, (Salzburg
1953).- Gilbert Max BUCHMAYR, ein Lebensbild des gottseligen Stifters
unserer Gnadenkapelle St. Maria Loreto, in: Der Thurnbot (Sonderausgabe)
(St. Jakob am Thurn, Salzburg 1963).
34 Carl LEDOCHOWSKI, Das Ritterbuch des St. Ruperti-Ritterordens. In:
Jahrbuch der k.k. heraldischen Gesellschaft „Adler“ Neue Folge 24.Bd.
(Wien 1914) S. 17, 20.
35 Franz Xaver GEYER, Trauer- und Lobrede über den tödtlichen Hintritt …
Josephi Antonii … Grafen von Platz (Salzburg 1767).