(auch Marie Christine) Johanna Josepha Antonia
Erzherzogin von Österreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen
Es gibt keine genauen Hinweise, warum sich zwei Gemälde von Erzherzogin Marie Christine auf Schloss Höch befinden. Bekannt ist, dass es im Laufe der Zeit zu Heiratsverbindungen und Allianzen zwischen den Grafen von Plaz und den Habsburgern kam, was ihre enge Beziehung unterstreicht. Diese Verbindungen trugen dazu bei, dass die Familie von Plaz eine gewisse Nähe zum Kaiserhaus und zu dessen Politik hatte.
Die Grafen von Plaz sind somit ein Beispiel für eine Adelsfamilie, die zwar nicht zur kaiserlichen Familie der Habsburger gehörte, aber dennoch wichtige Funktionen (Kämmerer) am Hof ausübte und enge Beziehungen zum Kaiserhaus pflegte.
Maria Christina war das fünfte Kind des Kaisers Franz I. Stephan und der Kaiserin Maria Theresia sowie Erzherzogin von Österreich. Sie heiratete 1766 den Prinzen Albert von Sachsen und war seither Herzogin von Sachsen-Teschen sowie von 1781–1789 und 1791–1792 Statthalterin der Österreichischen Niederlande. Nach zweimaliger Vertreibung (1789 und 1792) aus den Niederlanden lebte die kunstsinnige Lieblingstochter Maria Theresias in ihren letzten Lebensjahren mit ihrem Gatten in Wien und starb dort 1798 im Alter von 56 Jahren.
Statthalterin der Österreichischen Niederlande:
Nach dem am 4. Juli 1780 erfolgten Tod Karls von Lothringen, des Bruders ihres Vaters, sollten diesem Albert und Maria Christina gemäß dem Willen Maria Theresias als Statthalter der Österreichischen Niederlande (etwa dem heutigen Belgien und Luxemburg entsprechend) nachfolgen. Doch Maria Theresia starb am 29. November 1780 noch während der Reisevorbereitungen des neuen Statthalterpaars, womit dessen insgesamt recht glückliche Jahre endeten. Joseph II. übernahm nun die alleinige Herrschaft als Kaiser. Er hatte ein schlechtes Verhältnis zu seiner Schwester und war auf ihre bevorzugte Stellung und innige Beziehung zu ihrer Mutter eifersüchtig gewesen. Um sie aus Wien zu entfernen, bestätigte er ihre und ihres Gemahls Ernennung zu niederländischen Statthaltern, reduzierte aber ihre dort zu beziehenden Einkünfte. Am 3. Juni 1781 verließen Maria Christina und Albert Wien, wurden von dem sie bisher vertretenden bevollmächtigten Minister Georg Adam von Starhemberg in Tienen am folgenden 9. Juli empfangen und hielten am nächsten Tag ihren feierlichen Einzug in Brüssel. Dort bezogen sie das Palais Nassau, ein im Kern gotisches Palais, das ihr Vorgänger vom Haus Nassau erworben und im Rokokostil erweitert hatte. In Brüssel gab es seit dem Brand des alten Coudenberg-Palastes 1731 keine repräsentative Residenz mehr.
Literatur:
Constantin von Wurzbach: Habsburg, Christine Maria. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 6. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1860, S. 157 f. (Digitalisat).
Charles Piot: Marie-Christine. In: Biographie Nationale de Belgique, Bd. 13 (1894–95), Sp. 722–727 (gemeinfreier Text).
Hanns Schlitter (Hrsg.): Briefe der Erzherzogin Marie Statthalterin der Niederlande an Leopold II. nebst einer Einleitung zur Geschichte der französischen Politik Leopolds II. Gerold, Wien 1896 (Digitalisat)
Marie Christine. In: Brigitte Hamann (Hrsg.): Die Habsburger. Ueberreuter, Wien 1988, ISBN 3-8000-3247-3, S. 312–315.
Brigitte Hamann: Maria Christine (Marie), Erzherzogin von Österreich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 200 f. (Digitalisat).
Friedrich Weissensteiner: Die Töchter Maria Theresias. Kremayer & Scheriau, 1991.
Hanne Egghardt: Skandalöse Amouren im Hause Habsburg, Wien 2013, Kap. zu Isabella und Christine S. 7–39. ISBN 978-3-218-00860-0